Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Groß Brunsrode


Unter der Regierung des Herzogs Wilhelm zu Braunschweig und Lüneburg wurde am 02.04.1874 mit Gesetz die Bildung von Feuerwehren angeordnet und die allgemeine Feuerordnung vom 15.10.1832 aufgehoben.

Unter dem Gemeindevorsteher Heinrich Knigge (1869-1881) wurde die Bildung und Aufstellung einer Bild "bild1.jpg"freiwilligen Feuerwehr in Groß Brunsrode vorgenommen. Der Gründungstag ist, lt. Kirchenbuch, der 01.Oktober 1874. Im folgenden Jahr wurde sie uniformiert. Nach einer Zählung vom 01.02.1875 hatte Groß Brunsrode 316 Einwohner, 47 Häuser, 23 freiwillige Feuerwehrmänner, 30 Löschmannschaften, 1 fahrbare Spritze ohne Saugwerk, eine Leiter, zwei Haken und 20 lederne Eimer.

Die erste Handdruckspritze mit Saugwerk konnte im Jahre 1883 angeschafft werden. Diese Spritze stand ca. 50 Jahre im Dienst der Kameraden und war deren „Wegbegleiter“ bei der Brandbekämpfung in den Kriegsjahren des ersten Weltkrieges. Diese heutige Rarität verschwand leider in den sechziger Jahre.

Der nächste Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr war 1935 der Kauf einer Motor - Tragkraftspritze der Fa. Müller / Döbeln. Die Motorisierung erleichterte, auch in den folgenden Kriegsjahren, die Arbeit der Feuerwehrkameraden erheblich. Ende der 50ziger Jahre wurde diese Pumpe durch ein neues Modell der Firma Metz ersetzt. Auch noch in dieser Zeit wurden Übungen und Einsätze generell mit Trecker und Wagen gefahren, so das immer einige Zeit verging, ehe Mannschaft und Gerät "Vor Ort" waren.Bild "bild2.jpg"


Dieses war 1966 endgültig vorbei, da von der damaligen selbständigen Ortschaft Groß Brunsrode ein erstes Löschgruppenfahrzeug von der Firma Mercedes gekauft wurde. Um unsere "Luzy" im alten Gerätehaus unter zustellen, mussten einige Umbaumaßnahmen von den Kameraden geleistet werden.

Bild "bild3.jpg"Nach erfolgter Gebietsreform Anfang der 70’ziger Jahre und den Wechsel in den Landkreis Helmstedt feierten die beiden Feuerwehren Groß- und Klein Brunsrode im Jahr 1975 gemeinsam ihr 100 jähriges bestehen. Höhepunkt des Festes war die Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Groß Brunsrode. Somit waren wir auf dem neuesten Stand.

Die Jugendfeuerwehr wurde 1974 gegründet. Erster Jugendwart war der Kamerad Gert Gehrke, der die ersten Schritte der Jugendarbeit leitete. Im Laufe der Jahre konnten viele Jugendliche in den aktiven Dienst übernommen werden, so das immer junge neue Kameraden nachrückten. Auch die benachbarte Feuerwehr Klein Brunsrode profitierte von dieser Einrichtung, da man seit 1981 die Jugendarbeit zusammen durchführte.

Mit raschen Schritten hielt nun die Technik Einzug bei den Feuerwehren. Zentrale Wasserversorgung, Funk- und Atemschutzgeräte, modernste Einsatzkleidung und seit 1985 ein neues Fahrzeug standen den Feuerwehrkameraden bei den vielen Aufgaben zur Seite.

Die Geräte allein garantieren allerdings noch keinen ausreichenden Schutz. Nur die laufenden Übungen und Wettkämpfe, perfekte Ausbildung in speziellen Lehrgängen und damit die Beherrschung aller uns zur Verfügung stehenden Geräte, verbunden mit ständiger Einsatzbereitschaft gewährleisten eine immer einsatzbereite Feuerwehr. Die Feuerwehrtechnische Zentrale in Helmstedt und die Landesfeuerschule in Celle stehen den Kameraden für Aus- und Fortbildung zur Verfügung

Durch die Bildung von Schwer- und Stützpunktwehren im heutigen Gemeindebereich (Beienrode, Essenrode, Flechtorf, Groß Brunsrode, Klein Brunsrode, Lehre und Wendhausen) noch gesteigert wird. Im Bedarfsfall stehen noch Drehleiter und Rüst- und Gerätewagen im Gemeindebereich bereit.

Seit Mitte der 90er Jahre brachte sich die Ortsfeuerwehr mit ihren beiden Fahrzeugen in die Kreis-Feuerwehr-Bereitschaft Nord ein. Einige Jahre später bildete sich auf Gemeindeebene ein Gefahrgutzug, worin die Ortsfeuerwehr eine tragende Säule bildet.

Im Jahre des Millenium wurde das 125 jährige Bestehen der Ortsfeuerwehr feierlich begangen. Eine große Gemeinschaft feierte das Jubiläum in Schrader´s Scheune.

Drei Jahre später wurde eine neue Traditionsfahne mit Hilfe von Spenden angeschafft und mit einem "Großen Zapfenstreich" feierlich eingeweiht. Die im Jahre 1914 angeschaffte Traditionsfahne erhielt restauriert einen Ehrenplatz.

Eine gute Kameradschaft, viel Idealismus und Verständnis miteinander sind erforderlich, um so etwas zu bewältigen. Die ständige Hilfsbereitschaft bei Tag und bei Nacht und der Verzicht auf Freizeit und Familie in all den vergangenen Jahren ist den Kameraden durch nichts zu bezahlen.